Abmahnung von Netzpolitik.org durch D.-Bahn verursacht Twittersturm

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Ab gestern Mittag ging es richtig rund im Twitterrific. Kurz nachdem Markus seinen Hilferuf in seinem Blog veröffentlicht kommen die ersten Tweets, die über den Eintrag berichten. Und es wurden immer mehr. Die Aktion der Deutschen Bahn fing also recht schnell an für die Deutsche Bahn nach hinten los zugehen.

Immer mehr haben über David gegen Goliath berichtet. Daher auch hier noch ein Artikel mehr zum Vorfall gegen Netzpolitik.org. Um auch noch drauf hinzuweisen.

Markus hatte in den letzten Tagen in einem Artikel über den Datenskandel berichtet und dabei ein, ihm zugesendetes PDF Dokument, veröffentlicht. Das PDF ist ein internes Memo zur Mitarbeiter-Rasterfahndung bei der Deutschen Bahn. Dieses PDF ist der Presse schon zuvor zuschickt worden, die auch in Auszügen Berichtete. Setzt man alle Auszüge der Presse zusammen bekommt man vielleicht so auch das ganze PDF, sollte man einmal versuchen ob sich die Informationen aus der Presse zusammenfügen lassen und gucken ob nachher inhaltlich dass gleiche drin steht. Die Bahn ist jetzt der Meinung sie müsste gegen netzpolitik.org wegen Verletzung ihres Betriebs- und Geschäftsgeheimnisses vorgehen.

Erst schnüffelt die Deutsche Bahn ihr Mitarbeiter aus, kommt es raus wird zugegeben die Aktion hat 2001 stattgefunden. Anstatt jetzt lieber ruhig zu sein wollten PR und Juristen bei der Bahn zwar beim Thema bleiben, aber die Blicke auf ein kleines Opfer lenken. Das ist jetzt wohl etwas nach hinten losgegangen. Anstatt sich erst einmal freundlich an den Blogbetreiber zu wenden holt man die Keule raus und droht Netzpolitik mit einer Abmahnung, sowie der Entfernung des Dokuments. Jetzt hat die Deutsche Bahn aber noch mehr Aufmerksamkeit auf das PDF gelengt. Jetzt lesen das Dokument viel mehr Menschen als in den letzten Tagen, denn bis heute mittag hat es kaum jemanden interessiert. Aktuell gibt es 250 Anfragen pro Sekunde an den Server, wie u.a. hier berichtet wird.

Zusätzlich, um 19:10 Uhr, sind angeblich noch weitere Informationen an die Öffentlichkeit gelangt. Nicht wie erst zugegeben wurde nur zwischen 1998 und 2007  Mitarbeiter Opfer der Rasterfandung bei der Deutschen Bahn, 2005 gab es auch noch einen Datenabgleich.

Siehe sueddeutsche.de:

Mehdorn verschweigt weiteren Daten-Skandal

Neuer Daten-Skandal bei der Bahn: Der Konzern hat Angestellte weit stärker ausgeforscht als bisher bekannt. Bei einer weiteren Aktion wurden sogar die “Daten aller Mitarbeiter” mit Adressen und Bankverbindungen von Geschäftspartnern abgeglichen. Konzernchef Mehdorn hat darüber bislang geschwiegen – der Aufsichtsrat ist empört.
Von M. Bauchmüller u. K. Ott

Wobei die SZ selbst noch einmal in Ihrem Archiv nachsehen sollte. In früheren Artikeln ist die Rede von “zwischen 1998 und 2007“, in einem anderen Artikel zu diesem Thema wird geschrieben “in der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts“. 2005 liegt aufjeden fall zwischen 1998 und 2007, 2001 auch. Ob das nur falsch ausgedrückt wurde oder ob die Presse noch etwas bei der Absetzung von Mehdorn nachhelfen möchte, wer weiss. Würde im letzten Fall nicht das erste mal sein, wenn die Presse noch hilft das ganze zu beschleunigen. Warten wir einfach mal den heutigen Tag ab wer noch über weitere Skandale berichten wird. Bei Telekom war es ja auch nicht nach dem grossem Knall vorbei, da sind ja auch noch ein paar hinterher gekommen.

ntv.de berichtet etwas anders über den Fall bei der Deutschen Bahn:

Neben den bisher bekannten massenhaften Mitarbeiter-Überprüfungen in den Jahren 2002 und 2003 wurden auch 2005 bei einer weiteren Aktion Daten von Beschäftigten abgeglichen.

Heute hat man mal wieder richtig sehen können wozu Twitter alles gut und in der Lage ist. Blogeinträge haben sich in der Vergangenheit bei ähnlichen Fällen auch schnell verbreitet, aber das was heute im Twitter abging war unglaublich. Es hat dazu geführt das sehr viele Menschen erreicht wurden, die Hilfe angeboten haben, wenn es hart auf hart kommt netzpolitik.org unterstützen. Politiker machen den Vorfall zum Thema, Geldspenden werden schon zugesagt usw.

Alles verbreitete sich so schnell, dass selbst die Presse davon Wind bekommen hat und es auf vielen Seiten in Newsartikel aufgenommen wurde, Interviews wurden geführt und der Druck gegen Deutsche Bahn wächst und wächst. Die ersten Berichte in der Presse tauchten ca. 4 Stunden nach dem Artikel auf netzpolitik.org in Netz auf.

Die Bahn hat es PR-Technisch aufjedenfall gar nicht drauf mit solchen Themen vernünftig umzugehen. Hoffen wir es geht für netzpolitik.org gut aus.