Man sitzt zuhause am Rechner und sieht eine Mail von der Serverüberwachung. Die Server überwachen sich gegenseitig und weil das Tool schon da ist wacht es auch gleich über Services von ein paar Bekannten gleich mit. Ein Streamserver ist ausgefallen. Keiner der Bekannten, die für den Streamserver zuständig sind, hat etwas anderes als MSN-Messenger. Also doch noch einmal den MSN Account im Client aktiviert und jemanden über den Ausfall informiert. Plötzlich, eher schon erwartet, poppt das nächste Chatfenster auf.
Ein Hilferuf: “Ich habe da ein Problem beim versenden von E-Mails, großen E-Mails mit Bildern”. Die Person auf der anderen Seite ist aus dem Freundeskreis und hat eine Domain und Postfächer auf meinen Servern. Also noch einmal einen Blick in die Überwachung, läuft alles noch. Postfix Konfiguration sagt 52 MB Limit bei Mails. Die 52 MB sind schon mit Bauchschmerzen, weil meiner Meinung nach SMTP nicht für Multimedia gemacht wurde. Aber was macht man nicht damit die anderen Ihre Powerpointfolien usw. durch das Netz an die Familie und Bekannte verteilen können. Kurz nach Datum gefragt und ins Logfile geguckt. Die Gegenseite, also der Empfänger hat ein Limit von 20 MB gesetzt, also nicht mein Problem.
Aber dann will man doch noch mal nachfragen.
Was schickt man denn da?
Antwort: Bilder.
Wieso machst Du die nicht kleiner?
Antwort: Die müssen so sein, sind Bilder (Wunden) von Patienten, die der
Kunde (Altenpflege, Jugend-, Suchthilfe usw.) so braucht.
Da wird einem schon mal ganz anders. Es werden also Daten von Patienten mit ein paar Bildern einfach so mal eben durch das Internet gejagt. Nicht verschlüsselt, damit jeder, der so eine Mail einmal durch Zufall erhält mehr weiß als er sollte. Es kann ja auch nie passieren das man sich bei einer Adresse vertippt oder beim Auswählen aus dem Adressbuch den Namen davon oder dahinter auswählt.
Austausch von Patientendaten über das Internet ist heute nicht mehr selten. Doch findet der Austausch über End-Zu-End-Verbindungen statt. Da sich Krankenhäuser teilweise auch organisatorisch zusammenschließen, wird häufig der Fall eintreten, dass die Krankenhäuser über eine private Netzinfrastruktur miteinander verbinden sind (z.B. Ethernet-LAN). Ein VPN zum Datenaustausch mit externen Dienstleistern sollte alternativ vorhanden sein um Patientendaten auszutauschen.
Werden Daten nicht verschlüsselt können sie von jedem der sie empfangen hat (s.o. falscher Empfänger) gelesen werden. Werden sie auch noch über eine unverschlüsselte Verbindung versendet kann beim Provider oder anderen Punkten im Internet alles mitgelesen werden und im schlimmsten Fall eine Veränderung der Daten stattfinden. Falsche Daten z.B. bei der Diagnose heißt falsche Behandlung = gesundheitliche Probleme bis zum Lebensende oder sogar der Tot.
Vorschlag man könnte sich ja einen Server beim Empfänger einrichten, wenn nicht schon vorhanden, der nur für den Datenaustausch ist, mit dem man sich dann verschlüsselt verbinden kann für den Datenaustausch.
Antwort: Ich glaube das für die bömische Dörfer.
Zusätzlich vielen dann noch so Punkte wie:
- Man kann nicht viel machen, weil ist ein Kunde von dem Bekannten und man kann den ja nicht verlieren.
Da ist einer Organisation/Firma der Datenschutz egal und würde ein Dienstleister, der für ihn arbeitet ihn drauf hinweisen, würde man sich einen anderen suchen. Schöne Ansicht.
Die Organisation ist nicht gerade klein. Alleine Altenpflegebetten in Deutschland: 1087. Bei der Anzahl muss viel verwaltet werden, dafür wird es bestimmt einen Dienstleister geben, der auch ein VPN oder andere Lösungen einrichten könnte, um Patientendaten sicher empfangen und senden zu können.
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